Judith Steiner, TV-Journalistin aus Rapperswil-Jona am Zürichsee, sucht nach einer mehrmonatigen Asienreise eine neue Herausforderung in ihrem Beruf. Und tut das mit einer sehr aufwändig und professionell gemachten Bewerbung:
In mehreren Videosequenzen, die sie über eine Navigation raffiniert verknüpft, zeigt sie, was sie als Journalistin mitbringt und erklärt, in welchen Gefielden sie für ein (Medien-)Unternehmen einen echten Mehrwert bieten kann.
Ich habe in den vergangenen 11 Jahren, in denen ich als Berater und JobCoach tätig bin, mehrere 1000 Bewerbungen erhalten und geprüft. Und weiss, dass es hier wirklich “nichts gibt, was es nicht gibt”. Entsprechend skeptisch war ich, als ich bei Twitter von Judiths Bewerbungsvideo gelesen habe.
Meine Skepsis hat sich aber sehr schnell in echte Begeisterung verwandelt:
- Videos mit intergrierter Navigation sind noch sehr ungewohnt. Deshalb erklärt Judith zu Beginn, wie man die einzelnen Sequenzen anwählen kann.
Was ich als potenzieller Arbeitgeber daraus ableiten kann: sie kann sich in ihre Zuschauer hinein versetzen und beherrscht auch die technischen Elemente ihres Handwerks. - Die einzelnen Elemente der Bewerbung (“Journalistin”, “Produktionen”, “Referenzen”, “Support me” und “Job gesucht”) hat sie so gewählt, dass das “Publikum” schnell und einfach zur gewünschten Information kommt.
Ergo: sie ist fähig, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden zu können und es auf den Punkt zu bringen – die inhaltlichen Elemente ihres Handwerks. - Im (Teil-)Video “Job gesucht” erklärt sie, in welchen Funktionen (“… als Redaktorin, Produzentin oder VJ …”) sie ihre Kompetenzen (“Organisationstalent, mein selbstständiges Arbeite und mein kreatives Denken”) einbringen möchte.
Das heisst: sie weiss, was sie kann und wo dieses Können gefragt ist. - Zwangsläufig zeigt sie sich im Video selbst und vermittelt so offen und direkt einen sehr persönlichen Eindruck (auch mit einer angemessenen Portion Humor: “Chnopf nonig gfunde? Er isch zmitzt im Bild integriert!”).
Ich bin wirklich begeistert: Judith Steiner präsentiert ihre Bewerbung professionell, ausgesprochen sympathisch und authenisch (ich kenne sie persönlich) – Chapeau!
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:
Ein Bewerbungsvideo ist für eine TV-Journalistin perfekt, weil sie so ihre Fachkompetenz hervorragend präsentieren kann. Aber nicht das richtige Medium für die Bewerbung als Maschineningenieur, Verkaufsleiterin, Buchhalter, Personalberaterin usw. (weil Videoproduktion hier eben nicht zur Kernkompetenz gehört und deshalb nicht das adäquate Mittel ist, um sich gezielt zu präsentieren).
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Dass meine Videobewerbung auch professionell angeschaut so gut weg kommt, freut mich natürlich besonders. Vielen Dank für den Beitrag, Marcel.
Finde die Bewerbung auch sehr ansprechend, denn sie zeigt, dass die Berwerberin sich nicht einfach streng an das Buch “Bewerben für Dummies” hält, sondern auch eigene Ideen einbringt und Mut zeigt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
Ich ging selber schon ein paar Mal mit einer Bewerbungs-Website auf Jobsuche. Die Reaktionen darauf waren sehr positiv. Auch das ist vielleicht nicht für den Schreiner oder Käser die ideale Lösung, aber im technischen Bereich durchaus denkbar. Dazu fand ich folgendes wichtig:
- muss unbedingt sehr druckerfreundlich sein
- mindestens so einfach zu navigieren wie ein Stapel Papier
- individuell (pro Arbeitgeber)
- passwortgeschützt
- was noch?
Ich denke, dass man sich eine alternative Bewerbungsart erlauben kann, wenn sie zum Job passt und in keiner Weise der herkömmlichen Bewerbung unterlegen ist. Schlussendlich kommt es ja dann doch auf die Leserin der Bewerbung an, was sie davon hält… Einverstanden?
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