Lenken Weblogs vom Arbeiten ab?

Klaus Eck nimmt Bezug auf das US-Branchenmagazin Advertising Age (Adage), wonach die Berufstätigen in den USA durch die Blog-Lektüre im Durchschnitt rund 3,5 Stunden oder neun Prozent ihrer wöchentlichen Arbeitszeit verlieren sollen.

Es gibt solche Weblogs und solche. Solche Bücher und solche. Und solche Meetings und solche. Was ich damit sagen will: nichts ist per se gut oder schlecht. Es hängt davon ab, in welchem Bezug es zur Arbeit steht bzw. in wie weit es für die berufliche und persönliche (!) Entwicklung der Mitarbeitenden nützlich ist bzw. genutz wird.

Weblogs entwickeln sich nach und nach zu ganz gewaltigen Knowledge-Tools, die es in einer neuen (und noch etwas ungewohnten) Art und Weise ermöglichen, Wissen untereinander zu verbreiten und zu teilen. Darüber hat Jochen Robes vom Weiterbildungsblog einen sehr interessanten Artikel geschrieben: What’s in it for me? Über den Nutzen von Weblogs für Wissensarbeiter.

Weblogs generell zu verbieten, würde einem Verbot von Wissenstransfer gleichkommen. Und Klaus Eck folgert absolut richtig:

Es ist weniger eine technische Frage, sondern vielmehr ein Managementproblem, das sich hierbei stellt.

Merke: Es ist Führungsschwäche, wenn bei den ersten Anzeichen einer “Störung des Normalbetriebs” sofort generelle Verbote gefordert werden. Führen bedeut auch, sich mit neuen Situation aktiv auseinander zu setzen!

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Alle 11 Minuten eine Störung

Laut einer Studie der University of California at Irvine ist unsere tägliche Arbeit eine einzige Folge von Unterbrechungen. Durchschnittlich kann ein Büromensch gerade mal 11 Minuten am Stück an einer Aufgabe arbeiten, bevor er durch Mail, Anrufe, vorbeischauende Kollegen oder was auch immer von der aktuellen Tätigkeit abgelenkt wird. Und was noch viel schlimmer ist: nach der unfreiwiligen Pause dauert es im Durchschnitt 25 Minuten, bis man wieder “in die Gänge kommt”.

Der Artikel beschreibt Ansätze, wie die Flut der Unterbrechungen zu bewältigen ist, unter anderem durch neue Softtware. Es gibt aber konventionelle (und meist genau so wirksame) Ansätze: Methoden der Selbstorganisation, häufig mit klassischen, papierbasierten Hilfsmitteln.

Ein lesenswerter und hilfreicher Artikel im New York Times Magazine: “Meet the Life Hackers” (kostenlose Registrierung erforderlich).

(via Beobachtungen zur Medienkonvergenz)

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Basler Arbeitgeberverbände starten mit einem Weblog

Der Basler Volkswirtschaftsbund und der Arbeitgeber-Verband Basel beschreiten mit dem arbeitgeberbasel-Blog (fast) neue Wege:

Der Dialog mit seinen Mitgliedern aber auch der Dialog mit der Öffentlichkeit ist den beiden Verbänden ein wichtiges Anliegen. [...] Mit dem eigenen Weblog kommt ein weiteres Instrument hinzu. Dieses hat gegenüber allen anderen Kommunikationsinstrumenten den Vorteil, dass es eine unmittelbare Wirkung entfalten kann und mit der Kommentarfunktion die sofortige Reaktion des lesenden Publikums zulässt.

Das ist genau das, was Weblogs ausmacht! Ich werde gespannt verfolgen, was sich dort tut und wünsche den Machern (wieso gibt’s dort keine Macherinnen?) viel Erfolg und uns als Leserinnen und Lesern interessante Beiträge aus Sicht der Arbeitgeber!

(via blog.ch)

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Blind vor lauter Machtbesoffenheit

Unglaublich, was für ein Affentheater seit Wochen in Deutschland abläuft!

  • Kanzler Schröder leidet nach der Wahl vom 18. September unter massivstem Realitätsverlust: “Niemand ausser mir ist in der Lage, eine stabile Regierung zu bilden.”
  • Möchtegern-Kanzlerin Merkel versucht hinter den Kulissen, Ihr Machgefüge zu stabilisieren; gleichzeitig verschwinden “Top-Scorer” wie Steuererklärung-auf-einem-Bierdeckel-Kirchhoff wieder in der Versenkung.
  • Fischer (“innen grün, aussen Minister”) kümmert’s einen alten Hut, zieht sich staatsmännisch zurück und ehelicht zum 873. Mal eine Lebensabschnittspartnerin
  • Der smarte SPD-Chef Müntefering bringt seinen Protégé nicht als Generalsekretär durch, spielt die beleidigte Leberwurst und schmeisst den Bettel hin
  • äääh-Stoiber-äääh hat jetzt auch keine Lust mehr und will doch lieber Bayerischer Landesvater bleiben (weil ihm da machtmässig keiner in die Quere kommt).

Verrückt, was Machtbesoffenheit alles anrichten kann!

Zwei, drei Gedanken dazu:

  1. Menschen, die mit Macht und Verantwortung (aber nicht immer mit Verantwortungs-Bewusstsein!) ausgestattet sind, haben Mühe mit dem Loslassen. Klar: wer sich nach dem Motto “Alles oder nichts” derart blind in einen einzigen Lebensinhalt vergräbt, hat keine Alternativen, wenn’s eines Tages so weit ist.
  2. Dieses Phänomen taucht in der Wirtschaft genau so auf wie in der Politik (und in anderen Bereichen). Auch in den Führungsgremien der Unternehmen trifft man Sesselkleber, Intriganten und Mobber, die alles tun, um den Machtverlust zu verhindern. Nur: dort gibt es verschiedene Kontroll- und Korrekturmechanismen, z.B. den Shareholder oder (als letzte, aber sehr wirkungsvolle) Variante der Markt, der einem uralten Naturgesetz folgt: die Schwachen werden ausgemerzt.
  3. Abschlussfrage: Sorge ich wachsam und ausdauernd dafür, dass ich immer mindestens eine Alternative zur Wahl habe, wenn einmal ein wichtiges Thema in meinem Leben zu Ende sein sollte? (Antwort: Oh, ja!)

Nachtrag:
Während ich diesen Artikel hier schreibe, kommt per RSS-Feed der Hinweis auf einen Artikel zum Thema von Stephan List rein geflogen: Berliner Kasperletheater

Zu den Berufen ohne Zukunft wird sich wohl ein weiterer gesellen: Der des Kabarettisten. Diese Aufgabe wird wohl bald ausschließlich von den Politikern selbst übernommen.

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Strategien zur Konfliktbewältigung

Oliver Inhelder (Beratungspool) hat Praxishilfen für faires und zielführendes Streiten zusammengestellt.

Zur Konfliktlösung stehen vier grundsätzliche Strategien zur Verfügung:

  • Gewinner-Gewinner-Strategie (Kompromiss, Konsens)
    Erfahrungsgemäss sind nur Gewinner-Gewinner-Lösungen dauerhafte Lösungen.
  • Gewinner-Verlierer-Strategie (Kämpfen, Delegieren)
    Wer als Gewinner eines Konflikts einen Verlierer zurücklässt, ist früher oder später selbst der Verlierer. Der Verlierer ist oftmals bereit, den Kampf wieder aufzunehmen.
  • Verlierer-Gewinner-Strategie (Fliehen, sich unterwerfen, Vermeiden)
    Vorsicht: Rabattmarken kleben kann auf die Dauer zur Verschärfung des Konfliktes führen.
  • Verlierer-Verlierer-Strategie (“nach mir die Sintflut”, Fatalismus)
    Sie kommt eigentlich nur in weit fortgeschrittenem Stadium der Konflikteskalation zum Zug.

Aktualisierung 13.01.2011: Leider ist das Dokument «Grundstrategien zur Konfliktbehandlung» auf der Website von des Beratungspools nicht mehr verfügbar.

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