Todesursache: Karoshi

von Marcel Widmer am 18. Mai 2007

Überarbeitung und Stress, die zum Tod durch Herzversagen oder Schlaganfall führt, hat in Japan ein lange “Tradition”. Und einen eigenen Namen erhalten: Karoshi. Die Ursache liegt in der japanischen Arbeitsethik, die mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Japans nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenhängt.

Die japanische Geschäftskultur treibt in der Folge wilde Blüten:

  • Chronische Überarbeitung durch andauernde 6- oder gar 7-Tage-Wochen mit 12 und mehr Arbeitsstunden täglich. Es gilt zudem als “unüblich”, Ferien zu nehmen.
  • Im Jahr 2006 laut dem japanischen Gesundheitsministerium 355 Berufstätige durch zuviel Arbeit schwer erkrankt oder gar gestorben; das entspricht einer Zunahme von 7.6% gegenüber dem Vorjahr (Quelle: NZZ-Online).
  • Die Regierung betriebt ein Gegenprogramm und ruft die japanischen Arbeitskräfte auf, gegen die Überarbeitung anzugehen und Ferien zu nehmen.
  • In Japan gibt es rund 40 Spezialkliniken, die sich auf die Behandlung von Karoshi-Patienten spezialisiert haben (Quelle: Wikipedia).

Arbeitssucht und Überarbeitung: nur ein japanisches Phänomen? Wohl kaum! Wie steht es mit Ihrer beruflichen Belastung? Alles im grünen Bereich? Denkanstoss … ;-)

Weitere Informationen zu Thema:

(aufgegriffen in beat’s blogbox)

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1 Beat Mai 18, 2007 um 16:41

Danke für den Denkanstoss und die weiteren Informationen. Auch ich denke, dass Karoshi nicht mehr “nur” ein japanisches “Problem” ist.

2 Gaby Mai 18, 2007 um 17:51

“Karoshi” scheint mir das japanische Äquivalent für den ansonsten vermutlich weltweit gültigen Begriff des “Burnout” zu sein bzw. für eine Unterart des Burnouts (von dem es etwa sieben Millionen Unterarten gibt) …

3 Marcel Widmer Mai 19, 2007 um 10:28

Die Ursachen sind vermutlich sehr ähnlich, wenn nicht sogar die selben. Karoshi aber bezeichnet eigentlich den Tod, der dadurch eintritt. Und genau das ist es, was mich nachdenklich macht: Das dafür ein eigener Begriff geprägt wurde, ist ja auch ein Hinweis auf die Häufigkeit!

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